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Im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert war München ein Zentrum maltechnischer Diskussionen zwischen Künstlern, Farbenherstellern und Chemikern. Gerade die Frage der Temperamalerei lockte viele Künstler in die Isarstadt, da die klassischen Ölfarben den Ansprüchen der spontanen, modernen Malerei nach schnell trocknenden Farben mit großer Leuchtkraft nicht mehr genügten. Farbenhersteller, aber auch Künstler selbst unternahmen vielfältige Experimente und entwickelten zunächst eine Vielzahl eigener und in der Folge auch kommerzieller Temperarezepturen.

Temperamalerei war schon immer ein Thema: Ihm wird in den nächsten Jahren in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt Von Böcklin bis Kandinsky - Maltechnische und analytische Forschungen zu komplexen Bindemittelmischungen in der Münchner Temperamalerei um 1900 nachgegangen. Schwerpunkt des Forschungsprojektes sollen parallel durchgeführte maltechnische und analytische Untersuchungen an Gemälden ausgewählter Künstler sein, die sich in eigenen maltechnischen Versuchen besonders mit der Temperamalerei auseinandergesetzt haben oder nachweislich mit frühen kommerziellen Temperafarben arbeiteten.