Röntgenfluoreszenz-Scan von Emil Nolde "Hohe Sonnenblumen", 1926, Bayerische Staatsgemäldesammlungen
Röntgenfluoreszenz-Scan von Emil Nolde "Hohe Sonnenblumen", 1926, Bayerische Staatsgemäldesammlungen

Forschungsprojekt

Zur Maltechnik Emil Noldes

„ICH WILL SO GERNE DASS MEIN WERK AUS DEM MATERIAL HERVORWACHSE… “

Projektlaufzeit: 2018 bis 2022

Ein multidisziplinäres Verbundforschungsprojekt des Doerner Instituts, der Ada und Emil Nolde Stiftung Seebüll und der Hamburger Kunsthalle widmet sich erstmals der Maltechnik und den Künstlermaterialien des Expressionisten Emil Nolde. Dies umfasst eine maltechnische Auswertung des Künstlerarchivs und des Ateliernachlasses sowie umfangreiche technologische, bildgebende und analytische Untersuchungen an rund 50 Gemälden aus den drei Sammlungen.

Emil Nolde, Gesellschaft, 1911, auf Leinwand, 91,5 x 106 cm, Nolde Stiftung Seebüll
Emil Nolde, Gesellschaft, 1911, auf Leinwand, 91,5 x 106 cm, Nolde Stiftung Seebüll

Zwischen 2018 und 2022 widmet sich ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Verbundprojekt der Maltechnik und den Künstlermaterialien des Expressionisten Emil Nolde. Partner des multidisziplinären Forschungsvorhabens sind das Doerner Institut der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, München (Koordination), die Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde und die Hamburger Kunsthalle in Kooperation mit der Universität Hamburg und der Hochschule der Bildenden Künste Dresden.

Emil Nolde (eigentlich Hans Emil Hansen, 1867–1956) zählt unbestritten zu den bekanntesten und wichtigsten Vertretern des deutschen Expressionis­mus. Die Nolde-Stiftung beherbergt als Nachlassverwalterin am ehemaligen Wohn- und Arbeitsort des Künstlers eine umfangreiche Sammlung von Werken Noldes, zugleich ein etwa 25.000 Dokumente und Realia umfassendes Archiv. Durch eine maltechnische Auswertung des Künstlerarchivs und des Ateliernachlasses sowie umfangreiche technologische, bildgebende und analytische Untersuchungen an rund 50 Gemälden aus den Sammlungen in Seebüll, Hamburg und München werden erstmals Arbeitsweise und Künstlermaterialien Emil Noldes erforscht. Obwohl die Beschäftigung mit der Maltechnik bei zahlreichen Künstlern der Klassischen Moderne erfolgreich zur Klärung vielfältiger kunst­wissenschaftlicher und kultur­historischer Fragestellungen geführt hat, ist die systematische, kunsttechnologische Erfassung von Werkkomplexen immer noch selten. Das Projekt wird somit die kunsthistorische Forschung um die „unsichtbare“ kunsttechnologische Perspektive zu Werkprozessen, der Farbwahl oder zeitlicher Entwicklungen im Laufe von Noldes langem Künstlerleben erweitern. Neben einem Fachsymposium ist als Projektabschluss eine Präsentation wichtiger Forschungsergebnisse in einer modularen Ausstellungsform geplant.

Kontakt: PD Dr. Heike Stege (Verbundkoordination)

 

Förderer und Verbundprojektpartner